Wie weiter nach dem Atomausstieg? Energieveranstaltung vom 2. November

Das Thema Energiepolitik ist aktueller denn je. Gegen 100 Personen
nahmen am Mittwochabend an einer öffentlichen Diskussionsrunde in Plaffeien
teil. Organisiert wurde der Anlass durch die CVP-Ortssektion und die CVP-Sense,
teilgenommen haben ebenfalls Vertreter anderer Parteien und von Vereinen wie
„Rettet den Schwyberg“.

In informativen Vorträgen trugen vorerst Ständerat Urs Schwaller,
Staatsrat Beat Vonlanthen, Urban Achermann von der Groupe E sowie die Vertreter
des lokalen Fernwärmenetzes OBL – Anton Rappo und Otto Lötscher – Strategien
und Lösungsmöglichkeiten für die Energieversorgung der Zukunft vor. Im
Anschluss daran hatte das zahlreiche und in den Ansichten breit gefächerte
Publikum Gelegenheit, unter der Moderation von Daniel Bürdel – Gemeinderat von
Plaffeien und Initiant der Veranstaltung – Fragen an die Verantwortlichen aus
Politik & Wirtschaft zu stellen. In zahlreichen Voten wurde auf die vielen existierenden
Anlagen zur Produktion von erneuerbarer Energie im Sensebezirk hingewiesen. So
garantieren bspw. seit vielen Jahren die beiden lokalen Wärmeverbundnetze in
Plaffeien und Zollhaus mit einheimischem Holz das Heizen von zahlreichen
Haushalten und Betrieben.

Zu grossen Diskussionen Anlass gab der geplante Windpark auf dem
Schwyberg. Den Argumenten der Gegnerschaft – zu grosser Eingriff in die Natur
und marginale Produktion – stellte sich Staatsrat Beat Vonlanthen entgegen und
argumentierte, dass die für Bevölkerung und Wirtschaft zentrale
Energieversorgungssicherheit nur durch das Eingehen von Kompromissen und
Abstrichen erreicht werden kann. Trotz allen Anstrengungen in der Förderung von
erneuerbaren Energien und durch Einsparungen bei Gebäuden und Geräten wird die
Realisierung von Anlagen wie das Gaskraftwerk in Cornaux oder der
Schwyberg-Windpark für den Ersatz des Atomstroms in einer Übergangsphase
notwendig sein. Ansonsten läuft die Schweiz Gefahr, das Stromnetz zu überlasten
und riskiert sehr kostspielige Stromausfälle. Grosse Hoffnungen setzen alle
Akteure in die Zukunftstechnologie Geothermie, welche bei relativ wenigen
Eingriffen in die Natur in Zukunft einen grossen Teil der Energieversorgung
sicherstellen könnte. Auf diesem Gebiet werden der Staat und auch die
Wirtschaft ihre Forschung in nächster Zeit stark intensivieren müssen.

Die Organisatoren zeigten sich sehr zufrieden mit dem Anlass. Das Ziel,
der Bevölkerung die Gelegenheit zu bieten, direkt mit den Entscheidungsträgern
aus Politik und Wirtschaft über aktuelle und brisante Themen diskutieren zu
können und so ihre Anliegen direkt einzubringen, konnte erreicht werden.

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